In diesem Beitrag
Wer Pflegefachfrau oder Pflegefachmann werden will, lernt an zwei Orten: in der Pflegeschule und im Betrieb. Unterricht und Praxis wechseln sich ab, deshalb wird die Pflegeausbildung oft als duale Ausbildung bezeichnet.
Seit 2020 ist die Ausbildung generalistisch. Du lernst die Pflege von Menschen jeden Alters, im Krankenhaus, im Pflegeheim und bei den Menschen zu Hause. Mit dem Examen stehen dir alle drei Bereiche offen, mit Berufserfahrung und Weiterbildung später auch Leitungsaufgaben.
Dauer und Aufbau
Die Ausbildung dauert in Vollzeit drei Jahre, in Teilzeit bis zu fünf Jahre (§ 6 PflBG). Dazu gehören 2.100 Stunden theoretischer und praktischer Unterricht an der Pflegeschule und 2.500 Stunden praktische Ausbildung (§ 1 PflAPrV). Am Ende steht die staatliche Prüfung, das Examen.
Den Ausbildungsvertrag schließt du mit dem Träger der praktischen Ausbildung, etwa einem Krankenhaus, einem Pflegeheim oder einem ambulanten Pflegedienst. Bei ihm verbringst du den größten Teil der Praxis, in der Regel mindestens 1.300 Stunden (§ 3 PflAPrV).
Die Praxiseinsätze
In der Praxis lernst du alle großen Bereiche der Pflege kennen. Pflicht sind nach § 7 PflBG Einsätze in:
- der stationären Akutpflege, also im Krankenhaus
- der stationären Langzeitpflege, also im Pflegeheim
- der ambulanten Akut- und Langzeitpflege, also bei einem Pflegedienst
- der pädiatrischen Versorgung, also bei Kindern und Jugendlichen
- der psychiatrischen Versorgung
Dazu kommt ein Vertiefungseinsatz, in der Regel bei deinem Träger. Ab der zweiten Hälfte der Ausbildung leistest du unter Aufsicht 80 bis 120 Stunden Nachtdienst (§ 1 PflAPrV). In jedem Einsatz begleitet dich eine geplante Praxisanleitung, mindestens 10 % der Einsatzzeit (§ 4 PflAPrV).
Was du mitbringen musst
Für den Zugang brauchst du einen dieser Abschlüsse (§ 11 PflBG):
- den mittleren Schulabschluss oder eine andere abgeschlossene zehnjährige Schulbildung
- den Hauptschulabschluss und eine abgeschlossene Berufsausbildung von mindestens zwei Jahren
- den Hauptschulabschluss und eine abgeschlossene, mindestens einjährige Ausbildung in der Pflegehilfe oder Pflegeassistenz
Außerdem musst du gesundheitlich geeignet und zuverlässig sein und ausreichend Deutsch sprechen (§ 11 Abs. 2 mit § 2 PflBG). Für die ambulante Pflege bei Glückszeit brauchst du zusätzlich den Führerschein Klasse B, weil du mit dem Dienstwagen zu den Kunden fährst.
Vergütung und Kosten
Du hast für die gesamte Dauer der Ausbildung Anspruch auf eine angemessene Ausbildungsvergütung (§ 19 PflBG). Wie hoch sie ist, hängt vom Träger und seinem Tarif ab. Schulgeld darf niemand von dir verlangen: Eine solche Vereinbarung ist nichtig (§ 24 PflBG).
Einstieg über die Pflegehilfe
Nicht alle starten direkt mit der dreijährigen Ausbildung. Bisher regeln die Länder die Helfer- und Assistenzausbildungen selbst, in Bayern ist das die einjährige Ausbildung zur Pflegefachhelferin oder zum Pflegefachhelfer. Erfüllt eine solche Ausbildung die bundesweit vereinbarten Mindestanforderungen, wird sie auf Antrag mit einem Drittel auf die Ausbildung zur Pflegefachkraft angerechnet. Andere gleichwertige Ausbildungen können mit bis zu zwei Dritteln angerechnet werden (§ 12 PflBG).
Mit Erfahrung als Pflegehelfer oder mit der einjährigen Ausbildung kannst du bei Glückszeit schon heute anfangen, als Pflegehelfer oder Pflegefachhelfer mit 20 € pro Stunde.
Neu ab 2027: die Pflegefachassistenz
Ab 1. Januar 2027 gibt es eine bundeseinheitliche Ausbildung zur Pflegefachassistentin oder zum Pflegefachassistenten. Sie ersetzt die 27 bisherigen Helfer- und Assistenzausbildungen der Länder.
- Dauer: 18 Monate in Vollzeit, in Teilzeit länger; mit Berufserfahrung in der Pflege ist eine Verkürzung möglich
- Zugang: in der Regel der Hauptschulabschluss, ohne Abschluss bei einer positiven Prognose der Pflegeschule
- Geld: eine angemessene Ausbildungsvergütung
- Praxis: Pflichteinsätze in der stationären und der ambulanten Langzeitpflege und in der stationären Akutpflege
- Danach: Anschluss an eine verkürzte Ausbildung zur Pflegefachkraft
Nach dem Examen in die ambulante Pflege
Ambulant arbeitest du bei den Menschen zu Hause, auf einer festen Tour mit dem Dienstwagen. Als Pflegefachkraft übernimmst du die Behandlungspflege nach ärztlicher Verordnung, etwa Medikamente, Verbände und Kompressionsstrümpfe, dazu Grundpflege und Betreuung. Den Pflegebedarf feststellen, die Pflege planen und den Pflegeprozess steuern dürfen beruflich nur Pflegefachkräfte (§ 4 PflBG).
Wir suchen Pflegefachkräfte mit Berufserfahrung. Du verdienst bei uns 24 € pro Stunde, dazu kommen 25 % Sonntags-, 35 % Feiertags- und 20 % Nachtzuschlag, 70 % Weihnachtsgeld und 50 € Sachbezug im Monat. Die Einarbeitung dauert je nach Erfahrung 14 bis 31 Tage. Mehr dazu auf der Stelle Pflegefachkraft, unter Gehalt und Zuschläge und in Ein Tag auf Tour.
Mit Berufserfahrung und der Weiterbildung zur Pflegedienstleitung kannst du später einen Pflegedienst leiten. Was dafür nötig ist, steht im Beitrag Pflegedienstleitung werden in Bayern.
Häufige Fragen
Wie lange dauert die Ausbildung?
In Vollzeit drei Jahre, in Teilzeit bis zu fünf Jahre. Mit einer anerkannten Helfer- oder Assistenzausbildung verkürzt sie sich auf Antrag um ein Drittel.
Bekomme ich während der Ausbildung Geld?
Ja. Du hast für die gesamte Ausbildung Anspruch auf eine angemessene Ausbildungsvergütung, Schulgeld zahlst du nicht.
Was unterscheidet Helfer und Fachkraft?
Pflegefachhelfer haben eine einjährige Ausbildung und übernehmen vor allem Grundpflege, Betreuung und einfache Behandlungspflege nach Anleitung. Pflegefachkräfte haben die dreijährige Ausbildung, übernehmen die Behandlungspflege nach ärztlicher Verordnung und verantworten die Pflegeplanung.
Was ändert sich 2027?
Ab 1. Januar 2027 ersetzt die bundeseinheitliche Ausbildung zur Pflegefachassistenz die bisherigen Helferausbildungen der Länder. Sie dauert in Vollzeit 18 Monate, ist vergütet und kann in eine verkürzte Ausbildung zur Pflegefachkraft münden.
Kann ich bei Glückszeit ohne Ausbildung anfangen?
Ja, wenn du schon als Pflegehelfer gearbeitet hast, ambulant oder stationär: Dann startest du als Pflegehelfer mit Erfahrung mit 20 € pro Stunde. Ganz ohne Erfahrung in der Pflege stellen wir zurzeit nicht ein.
Quellen
- Pflegeberufegesetz (PflBG), §§ 1, 4, 6, 7, 11, 19 und 24, gesetze-im-internet.de
- § 12 PflBG: Anrechnung gleichwertiger Ausbildungen, gesetze-im-internet.de
- Pflegeberufe-Ausbildungs- und -Prüfungsverordnung (PflAPrV), §§ 1, 3 und 4, gesetze-im-internet.de
- Bundesrat stimmt bundeseinheitlicher Pflegefachassistenzausbildung zu, Bundesfamilienministerium (17. Oktober 2025)
- Bundestag verabschiedet Gesetz zur Einführung eines neuen Berufsbildes Pflegefachassistenz, Bundesministerium für Gesundheit (9. Oktober 2025)
Über den Autor
David Geiger
David Geiger hat Glückszeit gegründet und führt den Pflegedienst als Geschäftsführer. Er ist gelernter Altenpfleger, Pflegedienstleiter und Fachtherapeut Wunde, hat über zwölf Jahre Erfahrung in der Pflege und ein Studium im Pflegemanagement.
Mehr über David Geiger und das TeamDu willst so arbeiten?
Bei Glückszeit rechnen wir nach Zeit ab, nicht nach Minuten. Aktuell suchen wir für Bamberg und Forchheim Pflegefachkräfte, Pflegefachhelfer mit einjähriger Ausbildung, Pflegehelfer mit Erfahrung (m/w/d) sowie eine Pflegedienstleitung (m/w/d), die in Bayern einen neuen Standort aufbaut.




