Pflegegeld und Beratungsbesuch: Was 2026 gesetzlich gilt

Pflegerin berät eine Seniorin und ihre Tochter am Tisch anhand von Unterlagen
In diesem Beitrag
  1. Die Fristen im Überblick
  2. Was passiert, wenn der Besuch fehlt
  3. So läuft der Besuch ab
  4. Beratung per Video
  5. Wer den Besuch machen darf
  6. Was die Pflegereform plant
  7. So helfen wir
  8. Häufige Fragen
  9. Quellen

Wer ab Pflegegrad 2 ausschließlich Pflegegeld bezieht, muss regelmäßig einen Beratungsbesuch abrufen. Das Gesetz spricht von der „Beratung in der eigenen Häuslichkeit“ (§ 37 Abs. 3 SGB XI). Eine Pflegefachkraft kommt zu Ihnen nach Hause, schaut mit Ihnen auf die Pflegesituation und gibt praktische Tipps. Das ist nicht dasselbe wie die allgemeine Pflegeberatung durch die Pflegekasse oder einen Pflegestützpunkt.

Seit dem 1. Januar 2026 gilt für die Pflegegrade 2 bis 5 derselbe Rhythmus: ein Besuch je Halbjahr. Die frühere Pflicht zum vierteljährlichen Besuch bei Pflegegrad 4 und 5 ist entfallen.

Die Fristen im Überblick

PflegegradPflicht bei reinem PflegegeldFreiwillig möglich
1keineeinmal je Halbjahr
2 und 3einmal je Halbjahr–
4 und 5einmal je Halbjahrbis zu einmal je Vierteljahr

Maßgeblich sind die Kalenderhalbjahre, also Januar bis Juni und Juli bis Dezember. In jedem Halbjahr muss mindestens ein Besuch stattfinden. Am sichersten ist ein Abstand von etwa sechs Monaten.

Wer Pflegegeld mit Pflegesachleistungen kombiniert oder nur Sachleistungen bezieht, hat keine Pflicht. Ein Beratungsbesuch je Halbjahr ist trotzdem möglich.

Was passiert, wenn der Besuch fehlt

Wird der Besuch nicht abgerufen, muss die Pflegekasse das Pflegegeld angemessen kürzen und im Wiederholungsfall ganz entziehen (§ 37 Abs. 6 SGB XI).

Oft kommt vorher eine Erinnerung. Die Barmer z. B. schreibt rund einen Monat nach dem fälligen Termin und gibt drei Wochen Zeit, den Besuch nachzuholen. Danach kürzt sie das Pflegegeld um die Hälfte, im nächsten Schritt stellt sie die Zahlung ein. Verlassen Sie sich nicht auf die Erinnerung: Haben Sie einen Termin verpasst, holen Sie ihn so bald wie möglich nach.

So läuft der Besuch ab

  • Gespräch: Die Pflegefachkraft spricht mit der pflegebedürftigen Person und den Angehörigen darüber, was gut klappt und wo es schwierig wird.
  • Blick auf die Pflege: Wohnumfeld, Hilfsmittel, Haut, Ernährung, Beweglichkeit und Medikamente.
  • Tipps: etwa zum rückenschonenden Umlagern, zur Sturzvorbeugung oder zu Leistungen, die Sie noch nicht nutzen.
  • Nachweis: Die Fachkraft bestätigt der Pflegekasse auf einem Formular, dass der Besuch stattgefunden hat. Was besprochen wurde, erfährt die Kasse nur mit Ihrer Einwilligung.

Der Besuch ist keine Kontrolle der Familie, sondern eine Gelegenheit für Fragen: Passt der Pflegegrad noch? Welche Hilfsmittel würden helfen? Ist der Pflegebedarf gestiegen, steht im Beitrag Pflegegrad beantragen: 10 Tipps für die Begutachtung, wie eine Höherstufung läuft.

Beratung per Video

Bis einschließlich 31. März 2027 kann auf Ihren Wunsch jede zweite Beratung per Video stattfinden. Die erste Beratung findet immer persönlich bei Ihnen zu Hause statt. Ob die Video-Regel über März 2027 hinaus gilt, steht noch nicht fest.

Wer den Besuch machen darf

Den Beratungsbesuch dürfen zugelassene Pflegedienste, von den Pflegekassen anerkannte Beratungsstellen und von der Pflegekasse beauftragte Pflegefachkräfte durchführen. Sie wählen frei, wen Sie beauftragen. Einen Pflegevertrag oder weitere Leistungen müssen Sie dafür nicht buchen.

Für Sie ist der Besuch kostenfrei. Der Pflegedienst rechnet direkt mit der Pflegekasse ab.

Was die Pflegereform plant

Nach dem Kabinettsentwurf der Pflegereform soll die Beratung zu Hause später in einer neuen Pflegebegleitung aufgehen. Beschlossen ist das nicht; bis dahin gilt die Pflicht wie oben beschrieben. Was geplant ist, steht im Beitrag Pflegereform 2027: Was sich für die Pflege zu Hause ändern soll.

So helfen wir

Unsere Pflegefachkräfte machen Beratungsbesuche nach § 37 Abs. 3 SGB XI in Bamberg und entlang der Strecke von Hirschaid bis Forchheim. Der Besuch dauert bei uns in der Regel 30 bis 45 Minuten, das Formular schicken wir direkt an die Pflegekasse. Ob wir Ihre Adresse erreichen, zeigt das Einzugsgebiet; Termin und Ablauf stehen auf der Seite Beratungsbesuch.

Häufige Fragen

Muss ich den Termin selbst vereinbaren?

Ja. Die Pflegekasse schickt in der Regel niemanden von sich aus. Sie vereinbaren den Termin mit einem Pflegedienst oder einer Beratungsstelle. Bei uns notieren wir den nächsten Termin gleich beim Besuch.

Muss ich bei dem Pflegedienst, der berät, auch Pflege buchen?

Nein. Der Beratungsbesuch ist eine eigenständige Leistung, Sie gehen keine weitere Verpflichtung ein.

Gilt die Pflicht auch bei der Kombinationsleistung?

Nein. Die Pflicht gilt nur, wenn Sie ausschließlich Pflegegeld beziehen. Wer Pflegegeld und Pflegesachleistungen kombiniert, kann den Besuch freiwillig nutzen.

Wer darf beim Besuch dabei sein?

Alle, die an der Pflege beteiligt sind, etwa Angehörige, Nachbarn oder Freunde. Gerade für pflegende Angehörige ist der Termin eine gute Gelegenheit, eigene Fragen zu stellen.

Quellen

David Geiger

Über den Autor

David Geiger

David Geiger hat Glückszeit gegründet und führt den Pflegedienst als Geschäftsführer. Er ist gelernter Altenpfleger, Pflegedienstleiter und Fachtherapeut Wunde, hat über zwölf Jahre Erfahrung in der Pflege und ein Studium im Pflegemanagement.

Mehr über David Geiger und das Team
Beitrag teilen
E-Mail WhatsApp

Sie möchten darüber sprechen?

Wir hören zu und sagen Ihnen, was in Ihrer Situation möglich ist und wer es bezahlt. Kostenlos, unverbindlich, Rückruf spätestens am nächsten Arbeitstag.

Rückruf anfordern

Sprechen wir über Ihre Situation

Rufen Sie an oder hinterlassen Sie Ihre Nummer. Wir rufen Sie spätestens am nächsten Arbeitstag zurück. Kostenlos und unverbindlich.

0951 96430469

Rückruf anfordern

Bitte geben Sie Ihren Namen ein, damit wir Sie richtig ansprechen.
Unter dieser Nummer können wir Sie nicht erreichen. Bitte prüfen Sie die Ziffern.
Wann erreichen wir Sie am besten? (optional)

Was hilft uns beim ersten Gespräch? (falls zur Hand)

  • Besteht bereits ein Pflegegrad, und wenn ja, welcher?
  • Bei welcher Kranken- und Pflegekasse ist die Person versichert?
  • Liegt eine ärztliche Verordnung vor, etwa für Medikamente, Verbände oder Kompressionsstrümpfe?
  • Worum geht es konkret, und zu welcher Tageszeit wird Hilfe gebraucht?

Sie brauchen nichts vorzubereiten. Wenn Sie noch unsicher sind, ob ein Pflegedienst überhaupt das Richtige ist: Auch dafür ist das Gespräch da.

Anrufen Rückruf