Hausnotruf: Wer ihn bezahlt und wie Sie ihn beantragen

Themenüberblick: Leistungen der Pflegekasse

Grafik „Hausnotruf“: ein Haus und ein Notrufknopf am Armband mit Funkwellen
In diesem Beitrag
  1. So funktioniert ein Hausnotruf
  2. Wann die Pflegekasse zahlt
  3. Was die Kasse zahlt und was Sie selbst tragen
  4. So beantragen Sie den Hausnotruf
  5. Hausnotruf und Pflegedienst
  6. So helfen wir
  7. Häufige Fragen
  8. Quellen

Ein Sturz im Bad, Schwindel in der Nacht, und das Telefon liegt in der Küche: Genau für diese Momente gibt es den Hausnotruf. Er gibt Menschen, die allein leben, und ihren Familien Sicherheit. Hier steht, wie er funktioniert, wann die Pflegekasse ihn bezahlt, was Sie selbst tragen und wie der Antrag läuft.

So funktioniert ein Hausnotruf

Zum Hausnotruf gehören eine Basisstation in der Wohnung und ein Notrufknopf, den Sie als Armband oder an einer Kette tragen. Drücken Sie den Knopf, baut die Basisstation eine Sprechverbindung zur Notrufzentrale auf, rund um die Uhr. Die Zentrale fragt, was passiert ist, und schickt je nach Lage Angehörige, Nachbarn oder den Rettungsdienst.

Wer hilft, legen Sie beim Abschluss fest: Sie hinterlegen Kontaktpersonen und auf Wunsch einen Wohnungsschlüssel beim Anbieter, damit die Helfer hineinkommen. Für unterwegs gibt es mobile Notrufgeräte mit Ortung; sie sind kein Hausnotruf im Sinne der Pflegekasse.

Wann die Pflegekasse zahlt

Der Hausnotruf gilt als technisches Pflegehilfsmittel. Die Pflegekasse übernimmt den Basistarif, wenn diese Voraussetzungen erfüllt sind:

  • Pflegegrad: Es liegt ein Pflegegrad vor, Pflegegrad 1 reicht.
  • Allein: Sie leben allein oder sind über weite Teile des Tages allein, oder Sie leben mit jemandem zusammen, der im Notfall selbst keine Hilfe rufen kann.
  • Notfall jederzeit möglich: Wegen Ihrer Erkrankung oder Ihres Pflegezustands kann jederzeit eine Notsituation eintreten, zum Beispiel durch Stürze.
  • Bedienbar: Sie können den Knopf im Notfall auslösen.

Die Pflegekasse prüft den Antrag, manchmal mit Unterstützung des Medizinischen Dienstes. Bei einem Anbieter mit Vertrag zahlt sie direkt an ihn, Sie gehen nicht in Vorleistung. Die Krankenkasse beteiligt sich am Hausnotruf grundsätzlich nicht.

Was die Kasse zahlt und was Sie selbst tragen

Seit dem 1. April 2026 kostet der Basistarif 27 € netto im Monat, vorher waren es 25,50 €. Wie viel Ihre Kasse übernimmt, richtet sich nach dem Vertrag zwischen Anbieter und Pflegekasse; nicht jeder Vertrag ist schon auf den neuen Betrag umgestellt. Fragen Sie deshalb vor dem Abschluss nach, ob der Anbieter einen Vertrag mit Ihrer Pflegekasse hat und in welcher Höhe.

Selbst zahlen Sie alles, was über den Basistarif hinausgeht, etwa die Hinterlegung des Schlüssels, einen Sturzsensor, einen Rauchmelder mit Anschluss an die Zentrale oder ein mobiles Notrufgerät. Bei geringem Einkommen kann das Sozialamt die Kosten übernehmen. Im betreuten Wohnen ist der Hausnotruf oft schon in der monatlichen Pauschale enthalten.

So beantragen Sie den Hausnotruf

  • Pflegegrad klären: Ohne Pflegegrad zahlt die Pflegekasse nicht. Wie der Antrag läuft, steht in Pflegegrad beantragen: 10 Tipps für die Begutachtung.
  • Anbieter wählen: Fragen Sie nach einem Vertrag mit Ihrer Pflegekasse und nach dem, was der Basistarif enthält.
  • Antrag stellen: formlos bei der Pflegekasse; oft stellt der Anbieter den Antrag mit Ihnen gemeinsam.
  • Kontakte festlegen: Wer im Notfall kommt, wer einen Schlüssel hat und welche Angaben zu Krankheiten und Medikamenten die Zentrale bekommt.

Hausnotruf und Pflegedienst

Ein Pflegedienst ersetzt keinen Hausnotruf: Wir kommen zu festen Zeiten, nicht auf Knopfdruck in der Nacht. Zusammen ergeben beide ein gutes Netz, gerade für Menschen, die allein leben. Wie Sie Stürzen zu Hause vorbeugen, steht in Sturzprophylaxe zu Hause; welche weiteren Hilfsmittel die Pflegekasse zahlt, in Hilfsmittel für die Pflege zu Hause. Bei akuten Notfällen wählen Sie bitte immer die 112.

So helfen wir

Im kostenlosen Erstgespräch bei Ihnen zu Hause sehen wir uns an, wo es im Alltag unsicher wird, und sagen Ihnen, ob ein Hausnotruf sinnvoll ist und welche Hilfsmittel die Pflegekasse sonst übernimmt. Fehlt noch ein Pflegegrad, begleiten wir den Antrag. Wer bereits Pflegegeld bezieht, bekommt bei uns auch den Beratungsbesuch.

Kostenloses Erstgespräch

Häufige Fragen

Brauche ich für einen Hausnotruf einen Pflegegrad?

Nein, einen Hausnotruf kann jeder selbst beauftragen und bezahlen. Damit die Pflegekasse den Basistarif übernimmt, brauchen Sie einen Pflegegrad; Pflegegrad 1 reicht.

Zahlt die Pflegekasse auch einen mobilen Notruf?

In der Regel nicht. Die Kasse übernimmt den Basistarif des Hausnotrufs in der Wohnung. Mobile Geräte mit Ortung und andere Zusatzleistungen zahlen Sie selbst.

Was passiert, wenn ich den Knopf drücke?

Die Zentrale meldet sich über die Basisstation und fragt, was passiert ist. Sie verständigt dann Ihre Kontaktpersonen, je nach Vertrag einen Bereitschaftsdienst des Anbieters oder den Rettungsdienst. Antworten Sie nicht, schickt sie in der Regel Hilfe.

Kann ich den Hausnotruf von der Steuer absetzen?

Meist nicht, wenn Sie in der eigenen Wohnung leben und der Vertrag nur Gerät und Notrufzentrale umfasst; so hat der Bundesfinanzhof 2023 entschieden. Im betreuten Wohnen kann das anders sein. Im Zweifel fragen Sie Ihre Steuerberatung.

Quellen

Stand: 5. November 2026. Der Basistarif von 27 € gilt seit dem 1. April 2026; wie viel Ihre Pflegekasse übernimmt, hängt vom Vertrag mit dem Anbieter ab.

David Geiger

Über den Autor

David Geiger

David Geiger hat Glückszeit gegründet und führt den Pflegedienst als Geschäftsführer. Er ist gelernter Altenpfleger, Pflegedienstleiter und Fachtherapeut Wunde, hat über zwölf Jahre Erfahrung in der Pflege und ein Studium im Pflegemanagement.

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Was hilft uns beim ersten Gespräch? (falls zur Hand)

  • Besteht bereits ein Pflegegrad, und wenn ja, welcher?
  • Bei welcher Kranken- und Pflegekasse ist die Person versichert?
  • Liegt eine ärztliche Verordnung vor, etwa für Medikamente, Verbände oder Kompressionsstrümpfe?
  • Worum geht es konkret, und zu welcher Tageszeit wird Hilfe gebraucht?

Sie brauchen nichts vorzubereiten. Wenn Sie noch unsicher sind, ob ein Pflegedienst überhaupt das Richtige ist: Auch dafür ist das Gespräch da.

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