Verordnung häuslicher Krankenpflege: Was die Krankenkasse zahlt

Pflegerin sitzt bei einer lächelnden Seniorin im Sessel und hält ihre Hand
In diesem Beitrag
  1. Was häusliche Krankenpflege ist
  2. Typische Leistungen
  3. So kommen Sie zur Verordnung
  4. Wie lange eine Verordnung gilt
  5. Was Sie zuzahlen
  6. Wenn die Krankenkasse mehr übernimmt
  7. Wer die Leistungen erbringt
  8. So helfen wir
  9. Häufige Fragen
  10. Quellen

Wenn der Arzt häusliche Krankenpflege verordnet, übernimmt die Krankenkasse die medizinische Pflege zu Hause: Spritzen, Verbände, Kompressionsstrümpfe oder das Richten der Medikamente. Ein Pflegegrad ist dafür nicht nötig. Das Formular heißt „Verordnung häuslicher Krankenpflege“, in der Praxis oft „Muster 12“.

Was häusliche Krankenpflege ist

Häusliche Krankenpflege ist eine Leistung der Krankenversicherung nach § 37 SGB V. Meist geht es um die Behandlungspflege: Maßnahmen, die eine ärztliche Behandlung sichern, etwa der Verbandswechsel nach einer Operation oder das Spritzen von Insulin.

Davon zu unterscheiden ist die Hilfe im Alltag, etwa beim Waschen, Anziehen oder im Haushalt. Dafür ist bei einem Pflegegrad die Pflegekasse zuständig. In der Praxis geht beides oft Hand in Hand: Morgens hilft die Pflegekraft beim Waschen und versorgt danach die Wunde. Wer was bezahlt, steht im Beitrag Krankenkasse oder Pflegekasse: Wer zahlt was bei der Pflege zu Hause?.

Der Anspruch besteht nur, soweit niemand in Ihrem Haushalt die Maßnahme übernehmen kann. Kann z. B. der Ehepartner die Augentropfen zuverlässig geben, übernimmt die Krankenkasse das in der Regel nicht.

Typische Leistungen

Was verordnet werden kann, regelt die Häusliche Krankenpflege-Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses. Häufig sind:

So kommen Sie zur Verordnung

  1. Ihre Hausärztin, Ihr Hausarzt oder eine Fachärztin stellt fest, dass Sie zu Hause medizinische Pflege brauchen, und füllt die Verordnung aus: welche Maßnahme, wie oft und wie lange.
  2. Der Pflegedienst ergänzt seine Angaben und reicht die Verordnung mit Ihrer Unterschrift bei der Krankenkasse ein.
  3. Die Krankenkasse prüft und genehmigt. Bis zu ihrer Entscheidung übernimmt sie die Kosten, wenn die Verordnung spätestens am dritten Arbeitstag nach der Ausstellung bei ihr vorliegt (Häusliche-Krankenpflege-Richtlinie, § 6 Abs. 6).
  4. Die Versorgung kann damit beginnen, bevor die Genehmigung da ist.

Nach einem Krankenhausaufenthalt kann auch das Krankenhaus häusliche Krankenpflege für die ersten Tage zu Hause verordnen. Was sonst vor der Entlassung zu klären ist, steht in der Checkliste für die Entlassung aus dem Krankenhaus.

Wie lange eine Verordnung gilt

Den Zeitraum legt der Arzt fest. Eine Erstverordnung soll in der Regel höchstens 14 Tage umfassen. Besteht der Bedarf weiter, stellt er eine Folgeverordnung aus, die mit Begründung auch länger laufen kann. Wichtig ist, dass die Folgeverordnung rechtzeitig vor dem Ende der alten vorliegt.

Was Sie zuzahlen

Gesetzlich Versicherte ab 18 Jahren zahlen zu:

  • 10 € je Verordnung
  • 10 % der Kosten, für höchstens 28 Tage je Kalenderjahr

Die Zuzahlungen zählen zur Belastungsgrenze. Sie liegt bei 2 % der jährlichen Bruttoeinnahmen zum Lebensunterhalt, für schwerwiegend chronisch Kranke in Dauerbehandlung bei 1 %. Wer sie erreicht, kann sich bei der Krankenkasse für den Rest des Jahres befreien lassen. Ihr Pflegegeld und Ihre Pflegesachleistungen belastet die häusliche Krankenpflege nicht.

Wenn die Krankenkasse mehr übernimmt

Krankenhausvermeidungspflege

Wäre eigentlich eine Krankenhausbehandlung nötig, ist aber nicht möglich, oder lässt sie sich durch Pflege zu Hause vermeiden oder verkürzen, übernimmt die Krankenkasse neben der Behandlungspflege auch Grundpflege und Hauswirtschaft. Das gilt bis zu vier Wochen je Krankheitsfall, in begründeten Ausnahmefällen nach Prüfung durch den Medizinischen Dienst auch länger (§ 37 Abs. 1 SGB V).

Unterstützungspflege

Wer keinen Pflegegrad 2 bis 5 hat, kann bei schwerer Krankheit oder akuter Verschlimmerung vorübergehend Grundpflege und Hilfe im Haushalt als häusliche Krankenpflege bekommen, etwa nach einem Krankenhausaufenthalt oder einer ambulanten Operation. Auch das gilt bis zu vier Wochen (§ 37 Abs. 1a SGB V). Mehr dazu auf der Seite Pflege nach dem Krankenhaus.

Wer die Leistungen erbringt

Häusliche Krankenpflege erbringen zugelassene Pflegedienste, und Sie wählen den Dienst selbst. Wundversorgung und Injektionen übernehmen bei uns dreijährig examinierte Pflegefachkräfte. Kompressionsstrümpfe oder die Hilfe bei der Medikamenteneinnahme dürfen auch geschulte Pflegehelfer übernehmen. Für chronische Wunden haben wir Wundexpertinnen und Wundexperten im Team.

So helfen wir

Glückszeit hat einen Versorgungsvertrag mit allen Kranken- und Pflegekassen. Im kostenlosen Erstgespräch klären wir, was verordnet werden kann; um Verordnung, Antrag und Genehmigung kümmern wir uns auf Wunsch. Welche Leistungen wir übernehmen, steht auf der Seite Behandlungspflege.

Häufige Fragen

Brauche ich einen Pflegegrad?

Nein. Häusliche Krankenpflege ist eine Leistung der Krankenversicherung. Sie brauchen nur die ärztliche Verordnung.

Was, wenn der Arzt keine Verordnung ausstellt?

Der Arzt entscheidet, ob die Maßnahme medizinisch nötig ist und ob jemand im Haushalt sie übernehmen kann. Sagen Sie offen, warum das zu Hause nicht klappt, etwa weil niemand die Spritze geben kann. Auf Wunsch sprechen wir als Pflegedienst mit der Praxis.

Was, wenn die Krankenkasse ablehnt?

Sie können innerhalb eines Monats nach Erhalt des Bescheids schriftlich Widerspruch einlegen. Es hilft, kurz zu begründen, warum die Pflege nötig ist und niemand im Haushalt sie übernehmen kann.

Kann ich den Pflegedienst wechseln?

Ja. Was dabei zu beachten ist, steht auf der Seite Pflegedienst wechseln.

Quellen

David Geiger

Über den Autor

David Geiger

David Geiger hat Glückszeit gegründet und führt den Pflegedienst als Geschäftsführer. Er ist gelernter Altenpfleger, Pflegedienstleiter und Fachtherapeut Wunde, hat über zwölf Jahre Erfahrung in der Pflege und ein Studium im Pflegemanagement.

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Was hilft uns beim ersten Gespräch? (falls zur Hand)

  • Besteht bereits ein Pflegegrad, und wenn ja, welcher?
  • Bei welcher Kranken- und Pflegekasse ist die Person versichert?
  • Liegt eine ärztliche Verordnung vor, etwa für Medikamente, Verbände oder Kompressionsstrümpfe?
  • Worum geht es konkret, und zu welcher Tageszeit wird Hilfe gebraucht?

Sie brauchen nichts vorzubereiten. Wenn Sie noch unsicher sind, ob ein Pflegedienst überhaupt das Richtige ist: Auch dafür ist das Gespräch da.

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